Altholz
Holzbauteile, -produkte und -materialien aus Gebäudeabbrüchen, Umbauten,
Renovationen (z. B. Balken, Böden, Decken, Treppen, Fenster, Türen, Tische,
Schränke, Stühle, Kisten, Paletten, Schalungen und Gerüste). Altholz kann
naturbelassen, behandelt (z. B. Eisenbahnschwellen, Telefonmasten) und
beschichtet (z. B. Furniere, Melaminbeschichtungen) sein. Je nach Behandlung
und Beschichtung kann Altholz in unterschiedliche Klassen unterteilt werden,
die nur in bestimmten Feuerungsanlagen verbrannt werden dürfen.
Amortisationsdauer
Zeitpunkt, zu dem die mit einer Investition verbundenen Auszahlungen einschließlich
des Investitionsbetrages durch die dadurch verursachten Einzahlungen gedeckt
werden.
Anlagen – Contracting
Form von Contracting, bei der die Vergütung des Contractors von der erzielten
Energieeinsparung unabhängig ist. Im Rahmen der Vertragslaufzeit amortisieren
sich in vielen Fällen die getätigten Investitionen, d.h. der Energienutzer
bezahlt alle Aufwändungen des Contractors einschließlich eines angemessenen
Gewinns.
Anaerob
Ohne Zutritt von Sauerstoff. Der anaerobe Abbau von organischen Substanzen
durch Mikroorganismen (Pilze und Bakterien) liefert zahlreiche organisch-chemische
Verbindungen, als Endprodukt größtenteils Methan (CH4).
Annuitätenmethode
Dynamisches Verfahren der Investitionsrechnung.
Artbastard
Kreuzungsprodukt zweier verwandter Pflanzenarten
Asche
Bei der restlosen Verbrennung (Veraschen) von organischen Substanzen zurückbleibende
anorganische Bestandteile. Es handelt sich hierbei um ein Gemisch von Carbonaten,
Sulfaten, Phosphaten, Chloriden und Silicaten der Alkali- und Erdalkalimetalle
sowie Eisenoxiden und dergleichen. Aufgrund ihres hohen Mineralstoffanteils
können Holzaschen als Düngemittel verwendet werden.
Aschegehalt
ist die Menge an Verbrennungsrückstand, die beim Glühen des Brennstoffes
unter festgesetzten Bedingungen entsteht, zumeist angegeben in Gewichts-Prozent.
Bei vollständiger Verbrennung von Holz bleiben je 100 kg Brennstoff zwischen
0,2 und 0,6 kg Asche zurück.
Atmosphäre
Die Atmosphäre ist die Lufthülle der Erde, sie wird in Schichten unterteilt.
Die untere ist die Troposphäre, die sich bis in eine Höhe von etwa 12 km
ausdehnt. Trockene Luft der Troposphäre setzt sich aus 78 % Stickstoff
(N2), 21 % Sauerstoff (O2), 0,03 % Kohlenstoffdioxid (CO2) und 0,97 % Edelgasen
zusammen. Die Troposphäre enthält den größten Teil des atmosphärischen
Wasserdampfs. Darüber befindet sich die Stratosphäre, die sich bis auf
50 km Höhe ausdehnt. Sie enthält die für das Leben auf der Erde wichtige,
weil vor kurzwelliger UV-Strahlung schützende Ozon-Schicht, die durch Chlor-Fluor-Kohlenwasserstoffen
(CFKW) – z. B. als Treibgas in Sprays, als Kältemittel oder andere Emissionen
- gefährdet wird.
atro
Abkürzung für "absolut trocken". Biomasse in absolut trockenem (d. h. wasserfreiem)
Zustand kann nur durch künstliche Trocknung erreicht werden. Synonym wird
auch der Begriff "wasserfrei" (wf) verwendet.
Auswinterung
Winterliche Pflanzenverluste, die meist krankheits- oder witterungsbedingt
sind.
Bagasse
faserhaltiger Rückstand bei der Produktion von Zucker
Biodiesel
Trivialname für Pflanzenölmethylester (PME). In Deutschland wird überwiegend
Rapsölmethylester (RME) als Biodiesel eingesetzt. RME besitzt ähnliche
Eigenschaften wie konventioneller Dieselkraftstoff und kann in herkömmlichen
Dieselmotoren eingesetzt werden.
Bioenergie
Sammelbegriff für Energieformen, die aus unterschiedlichen Arten von festen,
flüssigen oder gasförmigen Biomassen gewonnen werden.
Biogas
Biogas gehört zu den erneuerbaren Energieträgern. Es entsteht beim bakteriellen
Abbau von Organischem Material (z.B. Pflanzen(resten) sowie tierischen
Exkrementen und Abfällen insbesondere aus der Landwirtschaft) unter Licht
– und Luftabschluss in einem Faulbehälter und enthält im wesentlichen Methan
(CH4 ). Neben dem brennbaren Gas, das zur Energieerzeugung eingesetzt werden
kann, entsteht hochwertiger Dünger.
Biologische Vielfalt (Biodiversität)
Mannigfaltigkeit der Formen von Lebewesen. Gewöhnlich wird zwischen drei
Ebenen von Vielfalt unterschieden, die jedoch ineinander übergreifen: genetische
Vielfalt, Artenvielfalt und Ökosystemvielfalt.
Biomasse
Biomasse ist die gesamte durch Pflanzen oder Tiere anfallende/erzeugte
organische Substanz. Beim Einsatz von Biomasse zu energetischen Zwecken
– also zur Strom-, Wärme- und Treibstofferzeugung – ist zwischen nachwachsenden
Rohstoffen oder Energiepflanzen und organischem Abfall zu unterscheiden.
Nachwachsende Rohstoffe sind:
- schnell wachsende Baumarten und spezielle einjährige Energiepflanzen
mit hohem Trockenmasseertrag zum Einsatz als Brennstoff;
- zucker – und stärkehaltige Ackerfrüchte für die Umwandlung in Äthanol
- sowie Ölfrüchte für die Gewinnung von Bioölen bzw. Biodiesel (Rapsölmethylester)
und
deren Einsatz als Schmierstoff bzw. als Treibstoff.
Organische Reststoffe fallen bei der Land – und Fortwirtschaft, der
Industrie und in Haushalten an. Dazu zählen
Abfall – und Restholz,
Stroh, Gras, Laub und Dung,
Klärschlamm sowie
Organischer Hausmüll.
Biosphäre
Sammelbegriff für alle mit lebenden Organismen besiedelbaren Schichten
der Erde.
Blattflecken
Durch pilzliche Erreger verursachte Blattkrankheit an Gräsern.
Blockheizkraftwerk (BHKW)
Anlage zur lokalen Erzeugung von Energie (Wärme und Strom) nach dem Prinzip
der Kraft-Wärme-Kopplung (KWK). Mit einem stationären Verbrennungsmotor,
einer kleinen Gasturbine oder einer Brennstoffzelle wird Strom erzeugt.
Die dabei entstehende Abwärme wird zur Warmwasserbereitung und zu Heizzwecken
genutzt. Als Brennstoff kann beispielsweise Dieselkraftstoff, Erdgas
oder Pflanzenöl eingesetzt werden.
BOB-Betrieb
Betrieb eines Kessels ohne ständige Beaufsichtigung nach TRD 604; ermöglicht
ein Inspektionsintervall von 24 bzw. 72 h.
Bodenpunktzahl
Klassifizierungsschlüssel zur Bewertung der Bodengüte
Brennholz
Holz (mit oder ohne Rinde), das zum Einsatz als Brennstoff bestimmt ist.
Dazu gehören neben dem 1 m langen Brennholz (Scheitholz, Prügel, Reisprügel)
auch Schwarten, Spreißel, Hackholz.
Brennstoffzelle
Die Brennstoffzelle ist ein Aggregat, in dem – mit hohem Wirkungsgrad
und daher geringerem CO2-Ausstoß – aus chemischer Energie (in Form von
Erdgas, Methanol, Benzin usw.) Strom und Wärme erzeugt wird. Die direkte
Umwandlung in elektrische Energie und Wärme erfolgt dabei in einer kontrollierten
Reaktion von Wasserstoff und Sauerstoff; als Endprodukt entsteht im wesentlichen
Wasserdampf, der im Unterschied zu anderen Abgasen kein Kohlendioxid
enthält und somit nicht zum Treibhauseffekt beiträgt. Zur Zeit werden
mehrere erdgasbetriebene Brennstoffzellen bei Energieversorgungsunternehmen
getestet, um diese umweltschonende Technik weiter zu entwickeln und Aussagen über
die Zuverlässigkeit und Wirtschaftlichkeit zu erhalten. Die Brennstoffzelle
für Pkw und Autobusse befindet sich ebenfalls in der Entwicklung. Der
Antrieb der Fahrzeuge erfolgt dabei über einen Elektromotor, den die
Brennstoffzelle mit Strom versorgt.
Brennwert HO (früher oberer Heizwert)
Als Brennwert (Symbol HO) wird der Quotient aus der bei vollständiger
Verbrennung einer bestimmten Brennstoffmenge freiwerdenden fühlbaren
Wärmemenge und der Masse dieser Brennstoffmenge bezeichnet, wenn das
bei der Verbrennung gebildete Wasser flüssig vorliegt und wenn die Temperatur
des Brennstoffes vor der Verbrennung und die Temperatur der entstandenen
Produkte nach der Verbrennung den jeweils festgelegten gleichen Wert
hat. Das vor dem Verbrennen im Brennstoff vorhandene Wasser und das beim
Verbrennen der wasserstoffhaltigen Verbindungen des Brennstoffs gebildete
Wasser muss nach der Verbrennung in flüssigem Zustand und die Verbrennungsprodukte
von Kohlenstoff und Schwefel gasförmig vorliegen. Eine Oxidation des
Stickstoffs darf nicht stattfinden. Als bezogene Größen haben der spezifische
bzw. der molare Heizwert die Dimension kJ/kg bzw. kJ/mol und der auf
das Normvolumen bezogene die Dimension kJ/m3.
Brennwertheizung
Die Brennwertheizung ist eine richtungsweisende Entwicklung in der Heizungstechnik.
Während bei größeren Häusern üblicherweise Brennwertkessel installiert
werden, genügt bei Ein- bzw.- Zweifamilienhäusern der Einbau einer kleineren,
an der Wand hängenden Anlage – der so genannten Brennwerttherme. Beide
Versionen können zusätzlich nutzbare Wärme abgeben, indem sie den im
Abgas befindlichen Wasserdampf kondensieren. Brennwertgeräte übernehmen
wie herkömmliche Heizkessel die zentrale Beheizung von Wohnungen sowie
die Warmwasserbereitung. Um die im Abgas vorhandene Kondensationswärme
nutzen zu können, ist eine niedrige Rücklauftemperatur aus dem Heizungssystem
erforderlich. Je niedriger die Rücklauftemperatur ist, desto mehr Wasserdampf
kann aus den Verbrennungsgasen freigesetzt werden. Deshalb erreichen
Brennwertkessel ihren höchsten Wirkungsgrad in der Verbindung mit Niedertemperatur-Heizflächen
– wie beispielsweise der Fußbodenheizung – sowie in der Übergangszeit.
Brutto-Inlandsprodukt (BIP)
Maß für die im Inland entstandene wirtschaftliche Leistung; inflationsbereinigter
Wert aller in einer Berichtsperiode im Inland produzierten Waren und
Dienstleistungen nach Abzug des Wertes der im Produktionsprozess als
Vorleistungen verbrauchten Güter.
Bundes-Immissionsschutzgesetz (BImSchG)
Zweck des BImSchG ist es, Menschen, Tiere und Pflanzen, den Boden, das
Wasser, die Atmosphäre sowie Kultur- und sonstige Sachgüter vor schädlichen
Umwelteinwirkungen (wie Luftverunreinigungen, Geräusche, Erschütterungen
und ähnliche Vorgänge) zu schützen. Das BImSchG wurde zuletzt 1990 neu
gefasst und im April 1997 geändert. Es enthält Vorgaben und Vorschriften
u. a. für die Errichtung und den Betrieb von Feuerungsanlagen. Eine immissionsschutzrechtliche
Genehmigung nach dem BImSchG ist für alle Anlagen erforderlich, die "in
besonderem Maße geeignet sind, schädliche Umwelteinwirkungen hervorzurufen".
C3-Pflanzen
Pflanzen der gemäßigten Breiten (z. B. Getreide, Raps) mit einem C3-Photosynthesemechanismus,
bei denen als erstes fassbares Produkt nach der Inkorporation des CO2
in der 3-Phosphoglycerinsäure eine Verbindung entsteht, die drei C-Atome
enthält.
C4-Pflanzen
Subtropische Pflanzen (z. B. Chinaschilf, Mais) mit einem C4-Photosynthesemechanismus,
bei denen als erstes fassbares Produkt C4-Dicarbonsäure, die aus vier
C-Atomen zusammengesetzt ist, entsteht. Sie benötigen je gebildetem kg
Pflanzensubstanz weniger Wasser als C3-Pflanzen und können bei gleicher
Lichteinstrahlung mehr Masse produzieren. Sie sind im Vergleich mit den
heimischen C3-Pflanzen gekennzeichnet durch höhere Erträge in klimatisch
wärmeren Gebieten, in klimatisch weniger begünstigten Gebieten sind C4-Pflanzen
aber weit unterlegen.
Chinaschilf
Trivialname für ® Miscanthus.
Contracting
Contracting ist ein Dienstleistungskonzept, das darauf abzielt, die Effizienz
bei der Energieerzeugung, - umwandlung und –nutzung in allen Verbrauchsbereichen
zu verbessern. Ein außenstehender Investor – Contractor genannt – übernimmt
je nach Vertragsumfang Planung, Finanzierung, Bauausführung sowie den
laufenden Betrieb des Investitionsprojekts (z.B. Errichtung eines Blockheizkraftwerkes).
Contractinglösungen werden beispielsweise von Heizanlagen-Herstellern,
Dienstleistern der Energietechnik, großen Hand-werks- und örtlichen Energieversorgungsunternehmen
oder auch Energieagenturen angeboten. Contracting ist dabei nicht nur
für Unternehmen, private Hausbesitzer und die öffentliche Hand interessant,
sondern nützt aufgrund der erzielten Energieeinsparung auch der Umwelt.
In der Praxis haben sich zwei systematische Formen etabliert: Anlagen-Contracting
und Einspar- bzw.- Performance-Contracting.
CO2
siehe Kohlenstoffdioxid.
Darrdichte
Rohdichte bei einem Wassergehalt von 0 %.
Derbholz
Oberirdische Holzmasse ab 8 cm (früher 7 cm) Zopfstärke in Rinde. Das
bei der Fällung am Stock bleibende Schaftholz zählt nicht dazu.
Drillsaat
Aussaat mit einer Drillmaschine in Reihen.
Elektrofilter
In einem Elektrofilter werden feste oder flüssige Teilchen mit Hilfe
elektrischer Kräfte aus einem Gasstrom entfernt. Sie sind besonders geeignet
zur Entstaubung von großen Volumenströmen bei niedrigem Druckverlust.
Emissionen
nennt man alle Absonderungen, die von festen oder beweglichen Anlagen
(Maschinen, Kraftwerken, Autos) oder Stoffen (Abfall, Chemikalien usw.)
in Form von Gas, Staub, Geräuschen, Strahlen, Wärme und Erschütterungen
an die Umgebung (Umwelt) abgegeben werden. Zum Schutz von Menschen und
Umwelt werden in Rechtsvorschriften (Technischen Anleitungen, z. B. TA
Luft) Emissionsgrenzwerte festgelegt. Emissionen, die auf Mensch und
Tier, Natur und Umwelt, Luft, Wasser oder Boden einwirken, werden an
dem Ort, an dem sie eine Wirkung entfalten, Immissionen genannt. Das
Auftreten einer Immission unterscheidet sich meist erheblich von der
Emission (z. B. wegen Verdünnung in der Atmosphäre oder biologischem
Abbau im Wasser).
Endenergie
Energieträger und -formen, die dem Endverbraucher zur Verfügung stehen.
Energie
Energie ist die Fähigkeit oder Möglichkeit eines Systems, Arbeit zu verrichten.
Gemessen wird die Energie in der Einheit Joule (J) als Produkt von Zeit
und Leistung. Ein Joule entspricht einer Wattsekunde (Ws).
Physikalisch unterscheidet man unterschiedliche Arten und Formen (Energieformen)
:
- mechanische Energie (Bewegungs- oder kinetische Energie, potenziale
Energie der Lage)
- Wärmeenergie (thermische Energie)
- chemische Energie
- elektrische Energie
- Strahlungsenergie
- Kernenergie und Fusionsenergie
Nach der Reihenfolge ihres Einsatzes lässt sich Energie in vier Stufen
einteilen:
- Primärenergieträger kommen in der Natur direkt vor, wie Stein-
und Braunkohle, Erdöl oder Erdgas sowie erneuerbare Energiequellen.
In den meisten Fällen muss diese Primärenergie in den Kraftwerken,
Raffinerien etc. in
- Sekundärenergie umgewandelt werden (Koks, Briketts, Strom,
Fernwärme, Heizöl oder Benzin).
Die Energie am Ort des Verbrauchs ist die
- Endenergie, die in
- Nutzenergie umgewandelt wird – in Heiz- und Prozesswärme,
Licht sowie mechanische Energie (Energiedienstleistung).
Energieeinsparverordnung (EnEV)
Die EnEV, die Anfang 2002 in Kraft treten wird, befindet sich derzeit
noch in der Diskussion mit über 100 beteiligten Fachverbänden der Wirtschaft
(insbesondere Bau- und Heizungswirtschaft, Eigentümer- und Verbraucherverbände,
Energiewirtschaft), wissenschaftlichen Instituten und den fachlichen
zuständigen Ministerien der Bundesländer.
Die Energieeinsparverordnung
- fasst die bisherige Wärmeschutzverordnung und die Heizungsanlagen-Verordnung
(Gebäude, Heizung, Warmwasserbereitung, Lüftung) zusammen;
- erhöht das Anforderungsniveau bei Neubauten gegenüber dem bisherigem
Standard um etwa 30 Prozent;
- legt die neuesten europäischen und deutschen technischen Normen
zugrunde;
- passt die Anforderungen dem technischen Fortschritt an und
- erhöht des Weiteren durch Ausweitung der Anwendungsbereiche für
den Energie- und Wärmebedarfsausweis die Transparenz für Gebäudeeigentümer
und Mieter.
Energiehackgut
Hackgut, das zur energetischen Nutzung bestimmt ist.
Energiepflanzen
werden zum Zwecke der Energiegewinnung (z. B. Verbrennung) angebaut.
Als Energierohstoff können die ganzen Pflanzen, Pflanzenteile oder Pflanzenabfälle
eingesetzt werden.
Energiepolitik
Die Summe der Maßnahmen, die von staatlicher Seite ergriffen werden,
um Art und Umfang der Produktion, der Verteilung und des Verbrauchs von
Energie zu beeinflussen. Beispiele sind Regelungen zur Sicherstellung
einer umweltverträglichen Energieversorgung, die Besteuerung bestimmter
Energien zur Preisbeeinflussung, das Einwirken auf die Wahl von Energieträgern
durch Emissionsobergrenzen sowie internationale Verträge über den Im-
und Export von Energieträgern. In ihren Auswirkungen betrifft die Energiepolitik
jeden Bürger und jedes Unternehmen und wirkt in praktisch jeden Lebensbereich
hinein. Sie ist eines der zentralen Felder auch der Umweltpolitik.
Energieträger
Stoffe oder physikalische Erscheinungen, in denen Energie gespeichert
ist.
Energieverbrauch
In Deutschland werden pro Jahr zirka 14.500 Petajoule an Primärenergie
verbraucht, davon sind über 90 Prozent fossile Energieträger. Die privaten
Haushalte sind beim Endenergieverbrauch mit 30 Prozent Spitzenreiter,
gefolgt vom Verkehr mit zirka 28 Prozent sowie der Industrie mit rund
25 Prozent. An vierter Stelle liegen zirka 16 Prozent Gewerbe, Handel
und Dienstleistungen.
Erdgas
Brennbare, in der Erdkruste vorkommende, hauptsächlich aus gesättigten
Kohlenwasserstoffen bestehende Gase, die je nach ihrer Herkunft unterschiedliche
Zusammensetzung aufweisen. In erster Linie besteht Erdgas aus Methan
(ca. 85 %). Der mittlere Heizwert (HU) liegt zwischen 32 und 38 MJ/m3.
Erdgas gilt als der umweltfreundlichste fossile Brennstoff wegen der
geringen Schwefeldioxid- und Kohlenstoffdioxid-Emissionen bei seiner
Verbrennung.
Erdöl
ist einer der wichtigsten fossilen Rohstoffe, der zur Erzeugung von Benzinen,
Dieselkraftstoffen, Heizöl und Kunststoffen verwendet wird.
Erneuerbare Energien
sind Energieträger, die "unendlich" lange zur Verfügung stehen, im Unterschied
zu den fossilen Energieträgern (wie Kohle, Erdöl, Erdgas oder spaltbare
Elemente), die an begrenzte Stoffvorräte gebunden sind. Zu den Erneuerbaren
Energien zählen u. a. Sonnenenergie (Solarthermie, Photovoltaik), Wind-
und Wasserkraft, Geothermie (Erdwärme) und die Energie aus der Verbrennung
von Biomasse. In der Energieversorgung Deutschlands spielen die erneuerbaren
Energien noch eine relativ geringe Rolle.
Erweichungspunkt
Erste Anzeichen des Erweichens der Asche bei hohen Temperaturen (Oberflächenveränderungen,
Rundwerden der Kanten, Schrumpfen).
Extensivlandbau
Extensive Form der Pflanzenproduktion, bei der auf den Einsatz chemisch-synthetischer
Pflanzenschutzmittel und Düngemittel verzichtet wird.
Feinhackgut
Gehäckseltes Holz, das - von wenigen Grobanteilen abgesehen - aus Stücklängen
unter 3 cm besteht.
Feinstflug- oder Gewebeasche
Die Aschefraktion, die in (den Multizyklonen meist nachgeschalteten)
Elektro- oder Gewebefiltern abgeschieden wird bzw. als Kondensatschlamm
in Rauchgaskondensationsanlagen anfällt. Bei Biomasseheizwerken ohne
entsprechende Apparate zur Feinstflugaschenabscheidung verbleibt diese
als Reststaub im Rauchgas.
Fermentation
Durch Fermente (= Enzyme, Biokatalysatoren) bewirkte biochemische Umsetzung.
Mikroorganismen (Pilze, Hefen, Bakterien) setzen in ihrem Stoffwechsel
einfache Nährstoffe wie Kohlenhydrate in bestimmte Substanzen um, die
als Rohstoffe in der Industrie genutzt werden. Die Reaktion erfolgt industriell
in Fermentern, in denen definierte Umweltbedingungen hergestellt werden
können. Bei der Fermentation spielen gentechnisch veränderte Organismen
eine immer zentrale Rolle.
Festmeter (Fm)
In der Forst- und Holzwirtschaft übliche Maßeinheit für die Holzmasse
(Stammholz), die dem Rauminhalt eines Kubikmeters (m³) entspricht.
Feuerungsanlagen
sind Einrichtungen zur Erzeugung von Wärme durch Verbrennung von festen,
flüssigen oder gasförmigen Brennstoffen. Sie dienen zur Dampferzeugung
oder Erwärmung von Wasser oder sonstigen Wärmeträgermedien für Industrie,
Gewerbe oder Gebäudeheizungen. An Reststoffen aus Feuerungsanlagen fallen
vor allem Aschen (Schlacken) und Filterstäube an.
Filter
Technische Anlage zur Entfernung oder Verringerung von umweltrelevanten
Emissionen (insbesondere Partikel). Üblicherweise werden in der Abluftreinigung
Elektro-, Gewebe- und Keramikfilter verwendet.
Flammpunkt
Die niedrigste Temperatur einer brennbaren Flüssigkeit, bei der sich
unter genormten Bedingungen ein fremdentzündbares Dampf/Luft-Gemisch
bildet. Wichtig für die Lagerungs- und Transportauflagen.
Fließpunkt
Unspezifische, nicht durch Normen abgedeckte Bezeichnung für diejenige
Temperatur, bei der ein Feststoff (Probekörper) unter gegebenen Messbedingungen
zu fließen beginnt bzw. auf ein Drittel seiner Größe auseinandergeflossen
ist.
Flüchtige Bestandteile
Gasförmige Verbindungen, die unter festgelegten Bedingungen beim Erhitzen
und Zersetzen organischer Brennstoffe entweichen.
Flugstaub und Flugasche
Bezeichnung für ein Verbrennungsprodukt vornehmlich aus Feststoffeuerungen,
das von Verbrennungsgasen mitgeführt bzw. mechanisch mitgerissen wird
oder beim Abkühlen aus dem Dampfzustand kondensiert. Hierbei kann es
sich um Asche, Staub und Schwebstoffe handeln. Mit Hilfe moderner Filtertechniken
(z. B. Elektro- oder Gewebefilter) kann Flugstaub aus dem Abgas abgeschieden
werden, er wird zur Flugasche. Die Flugasche enthält überwiegend SiO2,
Al2O3, Fe2O3, K2O, P2O5 sowie ziemlich alle anderen Metalle einschließlich
ihrer natürlich vorkommenden radioaktiven Isotope. Je nach Filtertechnik
kann mit dem Rauchgas verbliebener Reststaub durch den Kamin ausgetragen
werden.
Förderprogramme
Förderprogramme von Bund und Ländern unterstützten Maßnahmen zur Energieeinsparung
und den Einsatz erneuerbare Energien. Informationen über Fördermaßnahmen
im Bereich Bioenergie finden sie hier.
Fossile Brennstoffe bzw. Energieträger
Zu den fossilen Energieträgern zählen Erdöl, Erdgas, Braun- und Steinkohle;
sie entstanden vor Jahrmillionen bei der Zersetzung abgestorbener Pflanzen
und Tiere unter Sauerstoffabschluss, hohen Temperaturen sowie unter dem
Druck darüber liegender Gesteinschichten. Grenzen für die Nutzung fossiler
Energieträger ergeben sich – je nach Technologieeinsatz und Entwicklung
des technischen Fortschritts – aus den unterschiedlichen Ressourcenverfügbarkeiten
sowie aus deren Umwelt- und Klimaverträglichkeit. Bei der Verbrennung
bzw. Umwandlung der fossilen Brennstoffe wird Kohlendioxid (CO2) freigesetzt,
das wesentlich zur Klimabelastung beiträgt.
Fraktionierung
Stufenweise Trennung eines Stoffgemisches in seine Bestandteile (Fraktionen)
durch verschiedene Trennverfahren (z. B. Extraktion, Sedimentation, Siebung,
Flotation, Kristallisation). Durch Siebanalysen können feste biogene
Brennstoffe (z. B. Hackschnitzel) fraktioniert (d. h. in verschiedene
Größenklassen eingeordnet) und in ihrem prozentualen Anteil ausgewiesen
werden. Der Sägerestholzhandel in Deutschland verwendet in der Regel
drei Lochsiebgrößen zur Fraktionierung: die Grob- (> 45 mm), Mittel-
(5 bis 45 mm) und Feinfraktion (< 5 mm). Zusätzlich werden 2 mm und
8 mm Spaltsiebe eingesetzt.
Fremdbefruchter
Pflanzenarten, bei denen die Samenanlage einer Pflanze nicht durch ihre
eigene Pollen, sondern durch die Pollen einer anderen Pflanze (der gleichen
Art) befruchtet werden.
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